Die Gegensprüche 13 M und 38 m

13 M

Und bin ich in den Sinneshöhen,

So flammt in meinen Seelentiefen

Aus Geistes Feuerwelten

Der Göt­ter Wahrheitswort:

In Geis­tes­grün­den suche ahnend

Dich geistver­wandt zu finden.

.…

38 m Weihe-Nacht-Stimmung

Ich füh­le wie entzaubert

Das Geis­te­skind im Seelenschoß;

Es hat in Herzenshelligkeit

Gezeugt das heilige Weltenwort

Der Hoff­nung Himmelsfrucht,

Die jubel­nd wächst in Weltenfernen

Aus meines Wesens Gottesgrund.

Die Eurythmieformen zu den Mantren 13 M und 38 m


Über den Buchstaben “M”

Das M heißt im gotis­chen Alpha­bet des Wul­fi­la ‘Man­na’, die angel­säch­sis­che Rune ist ‘Man’; bei­des bedeutet ‘Men­sch’ und kann für bei­de Geschlechter ver­wen­det wer­den, wie die deutschen Wörtchen ‘man’ und ‘jed­er­man’. Für das deutsche Wort ‘Mann” gibt es im Englis­chen ein weib­lich­es Pen­dant in ‘wo-man’, von ‘Wif-mon’, d.h. ‘Weib-man’, also ‘Weib-Men­sch’. Der ‘Men­sch’ hieß im althochdeutschen ‘man­nis­co’, das mit dem San­skrit Wort ’ Manushya’ ver­wandt ist und auch dort ‘Men­sch’ bedeutet.  Altindisch und iranisch lautet das Wort ‘manu’, ‘manus’ und meint neben ‘Men­sch’ auch Manu, den Stam­m­vater der Men­schen. Über Manu sagt Rudolf Stein­er: “Der große Eingewei­hte, der die Völk­er­stämme aus der Atlantis nach dem Osten führte, wird … ‘Manu’ genan­nt. Unter seinem direk­ten Ein­fluss entwick­elte sich die indis­che und per­sis­che Kul­tur.” (GA 142, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 246) Manu ist iden­tisch mit Noah und ret­tete die Men­schen vor der großen Flut. Seine über­ra­gen­den Fähigkeit­en beruht­en darauf, dass er bere­its damals seinen Astralleib zum Geist­selb­st umge­bildet hat­te, das auf indisch ‘Man­as’ genan­nt wird. Rudolf Stein­er fährt fort: “Nehmen wir an, in alten Zeit­en wäre ein Men­sch aufge­treten, der in umfassend­stem Sinn das Man­as zum Aus­druck gebracht hätte. … man hätte sich nicht beg­nügt, ihn so zu beze­ich­nen wie andere Men­schen, … man würde gesagt haben: Der ist ein Man­as­träger, der ist ein Manu.” (GA 142, in Die Sprache der Laute, S. 246) An ander­er Stelle beze­ich­net Rudolf Stein­er Manu als einen Gott: “Es gab eine Gestalt, die ins­beson­dere Dien­ste leis­tete in der Zeit der Men­sch­enen­twick­lung, als der kom­binierende Ver­stand eingegliedert wurde. Diese Fähigkeit wurde dem Men­schen eingepflanzt und zu den Tat­en des Gottes Manu gerech­net.” (GA 106, in: Die Sprache der Laute, S. 248)

Das M bedeutet Men­sch. Doch was sah man am Men­schen als wichtig an? Men­schheit hieß auf gotisch ‘Man­aseth’, das sich aus ‘Man­as’, dem Geist­selb­st und ‘Saat’ zusam­menset­zt. Die Men­schheit ist also die ‘Man­as-Saat’, die Geist­saat auf Erden. Und was wächst aus dem Geist­selb­st-Samen? Rudolf Stein­er sagt: “Der ein ‘Ich’ bildende und als ‘Ich’ lebende Geist [wird] ‘Geist­selb­st’ genan­nt, weil er als ‘Ich’ oder ‘Selb­st’ des Men­schen erscheint. Das Geist­selb­st ist eine Offen­barung der geisti­gen Welt inner­halb des Ich, wie von der anderen Seite her die Sin­nesempfind­ung eine Offen­barung der physis­chen Welt inner­halb des Ich ist.” (GA 9, in: Die Sprache der Laute, S. 246) Das M meint also das Geistige im Men­schen, das als Ich im Kör­p­er lebt und das Geist­selb­st aus­bildet durch die Reini­gung und Indi­vid­u­al­isierung des Astralleibs.

Auch wenn Manu, der große Führer der Men­schheit, das Geist­selb­st bere­its voll­ständig aus­ge­bildet hat­te, so war das bei der Mehrzahl der Men­schen nicht der Fall. Der Beginn dieser Entwick­lung für das hebräis­che Volk fand auf der Wüsten­wan­derung statt, als sie aus Ägypten aus­ge­zo­gen waren. Rudolf Stein­er erk­lärt: “Nun schauen wir uns das äußere Zeichen an, durch das auf die Israeliten herun­ter­rin­nt der Logos, soweit sie ihn rein begrif­flich, in Gedanken erfassen kön­nen. Dieses äußere Zeichen ist das ‘Man­na’ der Wüste. Man­na ist in Wahrheit das­selbe Wort wie ‘Man­as’, das Geist­selb­st. So strömt in die Men­schheit, die nach und nach sich errun­gen hat das Ich-Bewusst­sein, der erste Anflug von dem Geist­selb­st ein.” (GA 112, in: Die Sprache der Laute, S. 246) Das Man­as, das Geist­selb­st, ist der umge­wan­delte Astralleib. Rudolf Stein­er sagt: “Der Men­sch kann begin­nen, seinen Astralleib zu reini­gen und zu verk­lären. Das nen­nt man das ‘ver­bor­gene Man­na’.” (GA 104, in: Die Sprache der Laute, S. 247)

Das Geist­selb­st ist das erste geistige Wesens­glied des Men­schen, das vom Tod unberührt bleibt. So wun­dert es nicht, dass der Begriff der ‘Manen’, der guten oder bösen Geis­ter Ver­stor­ben­er im römis­chen Reich, mit ‘Man­as’, also dem Geist­selb­st ver­wandt ist. Laut Rudolf Stein­er wurde dieser Begriff stets in der Mehrzahl gebraucht: “… ein deut­lich­es Bewußt­sein vom Geist­selb­st ist ins­beson­dere bei solchen Men­schen vorhan­den, die auf das Geistige zu sehen ver­mö­gen. Sie wis­sen, daß das gesamte mor­gen­ländis­che Bewußt­sein, insofern es gebildetes Bewußt­sein ist, dieses Geist­selb­st «Man­as» nen­nt … Aber auch in der abendländis­chen Men­schheit, wenn sie nicht ger­ade «gelehrt» gewor­den ist, ist ein deut­lich­es Bewußt­sein von diesem Geist­selb­st vorhan­den. …denn man nen­nt im Volke … das, was vom Men­schen übrig­bleibt nach dem Tode, die Manen. Man spricht davon, daß nach dem Tode übrig­bleiben die Manen; Man­as = die Manen. … das Volk gebraucht in diesem Falle den Plur­al, die Manen. Wir, die wir wis­senschaftlich mehr das Geist­selb­st noch auf den Men­schen vor dem Tode beziehen, sagen in der Ein­zahl: das Geist­selb­st. Das Volk, das mehr aus der Real­ität, aus der naiv­en Erken­nt­nis her­aus über dieses Geist­selb­st spricht, gebraucht die Mehrzahl, indem es von den Manen redet, weil der Men­sch in dem Augen­blick, wo er durch die Pforte des Todes geht, aufgenom­men wird von ein­er Mehrzahl von geisti­gen Wesen­heit­en. Ich habe das schon in einem anderen Zusam­men­hang angedeutet: Wir haben unseren per­sön­lichen führen­den Geist aus der Hier­ar­chie der Angeloi; darüber­ste­hend aber haben wir die Geis­ter aus der Hier­ar­chie der Archangeloi, die sich sogle­ich ein­schal­ten, wenn der Men­sch durch die Pforte des Todes geht, so daß er dann sofort sein Dasein in gewiss­er Beziehung in der Mehrzahl hat, weil viele Archangeloi in sein Dasein eingeschal­tet sind. Das fühlt das Volk sehr deut­lich, weil es weiß, daß der Men­sch, im Gegen­satz zu seinem Dasein hier, das als eine Ein­heit erscheint, sich dann mehr oder weniger als eine Viel­heit wahrn­immt. Also die Manen sind etwas, was im naiv­en Volks­be­wußt­sein von diesem der Mehrzahl nach vorhan­de­nen Geist­selb­st, von Man­as, lebt.“ (Lit.: GA 293, S. 63f)

Die Wortwurzel von Man­as, dem Geist­selb­st, ist ‘man’ und bedeutet ‘Gedankenkraft’, die hin­ter dem Denken ste­hende Geis­teskraft. Im alt­per­sichen Aves­ta ist ’nanah’ die Kraft, durch die der Men­sch ein denk­endes Wesen ist — durch die er Men­sch ist. Mit ‘Manu’ ist griechisch ‘Minos’ (mythis­ch­er König von Kre­ta) und ägyp­tisch ‘Menes’ (altä­gyp­tis­ch­er Pharao) ver­wandt. Auch im deutschen Wort ‘Minne’ find­et sich das Wort ‘Man­as’ wieder, das im Althochdeutschen nicht nur ‘Liebe’, son­dern auch ‘Erin­nerung’, ‘Gedächt­nis’, ‘Einge­denken’ bedeutet. Im lateinis­chen Wort für ‘erin­nern, ‘memo­ria’, wird dieser Zusam­men­hang eben­so deut­lich, wie im deutschen Wort ‘merken’. Im Aves­ta bedeutet Ahu­ra Maz­dao, der per­sis­che Name der höch­sten Son­nen­got­theit, ‘göt­tliche Erin­nerung’ oder ‘göt­tliche Geis­teskraft’. Eben­so von dieser Wortwurzel stammt ‘mantra’, das Zauber­wort, die ‘Zauber­rune’ — unser heutiges Wort Mantra. Auf Aves­ta bedeutet ‘man­thra’ ‘Wort’, ‘Gedanke’ und ‘mainyu’ ‘Geist’. Der ‘arge Geist’ ist ‘angro mainyu’, das zu ‘Ahri­man’ wurde. (Her­mann Beckh, in: Die Sprache der Laute, S. 247)

Das M meint den geisti­gen Men­schen, der im Kör­p­er lebt: Rudolf Stein­er sagt: “ ‘Men­sch’ — ‘Manushya’: im San­skrit das Wort für ‘Men­sch’. Damit ist … angeschla­gen … die Grun­dempfind­ung, die man mit dem Men­schen­tum ver­band. Worauf bezieht man sich nun, wenn man dem Men­schen den Namen ‘manushya’ gibt, wenn man also diesen Wort­stamm ver­wen­det, um den Men­schen zu beze­ich­nen…? Man bezieht sich auf das Geistige im Men­schen; man beurteilt vor allen Din­gen den Men­schen als ein geistiges Wesen. Wenn man aus­drück­en will: der Men­sch ist Geist, und das andere ist nur der Aus­druck, die Offen­barung des Geistes, — wenn man also in erster Lin­ie Wert legt auf den Men­schen als Geist, sagt man ‘Manushya’. … Diejeni­gen, die mit ‘Manushya’ oder einem ähn­lich klin­gen­den Tonge­füge den Men­schen beze­ich­nen, sie sahen vor allen Din­gen auf den Geist, auf das aus der geisti­gen Welt Herun­ter­steigende.” (GA 175, in: Die Sprache der Laute, S. 247)

Das M ist ein Nasal­laut, denn es wird mit geschlosse­nen Lip­pen gebildet, die Luft entwe­icht aus der Nase. Schon phys­i­ol­o­gisch zeigt er damit die Verbindung von Oben und Unten. Im Alpha­bet mit seinen 26 Buch­staben und auch von den Wochen des Som­mer-Hal­b­jahres aus betra­chtet nimmt das M mit 13 M ‑zusam­men mit der Woche 14 N — die Mit­tel­po­si­tion ein. Da im See­lenkalen­der jedoch das J fehlt und es deshalb nur 25 Buch­staben gibt, ste­ht das M unter diesem Gesicht­spunkt genau in der Mitte — von A bis L gehen 12 voran, von N bis Z fol­gen 12. So wun­dert es nicht, das sich das M in Worten wie ‘Sym­me­trie’, ‘Maß’, ‘Har­monie’ und ‘Him­mel’ find­et. Rudolf Stein­er sagt: Das M ist “… der Men­sch als solch­er, oder auch der im Gle­ichgewicht sein­er drei Kräfte, Denken, Fühlen und Wollen befind­liche Men­sch.” (GA 279 in: Die Sprache der Laute, S. 248) Das M ist der Laut der ‘Mitte’, des ‘med­i­ta­tiv­en’ Aus­gle­ichs der bei­den im Men­schen wirk­enden gegen­sät­zlichen Kräfte: der luz­iferischen nach oben ziehen­den, auflösenden Kraft und der ahri­man­is­chen nach unten drück­enden, ver­fes­ti­gen­den Kraft. So ist das M auch der Laut des ‘Mes­sias’ und des ‘Immanuels’, die bei­de auf Chris­tus ver­weisen als den vom Him­mel stam­menden und Men­sch gewor­de­nen Gott.

Das M, der Laut des inkarnierten Geistes, schafft sich in der ‘Milch’, der ersten Nahrung, sein sprechen­des Bild. Viele Worte des Innen-‘raumes’ sind durch das M geprägt, wie ‘Zim­mer’, ‘Kam­mer’, ‘Gemäch­er’ und ‘Dom’. Auf den im Innen­raum Leben­den ver­weisen die vielfach mit M anlau­t­en­den Prä­po­si­tio­nen ‘mein’, ‘mir’, ‘mich’. Durch die vie­len Gläu­bi­gen heilige Silbe ‘Om’ oder ‘Aum’ zieht sich der Medi­tierende ganz in seinen Innen­raum zurück. Das tut die Seele unbe­wusst auch im ‘Traum’ und im ‘Schlum­mer’. Im Innen­raum der Seele leben die ‘Emo­tio­nen’, der ‘Jam­mer’ und ‘Kum­mer’, aber auch ihre Tugen­den, der Mut und die ‘Demut’. Wogt das See­len­meer über­mäßig, kann es zum ‘Ver­s­tum­men’ führen, bei dem die Lip­pen dauer­haft in der M‑Geste verharren.

Der Men­sch als Geist ist der Äther­men­sch, der Men­sch des “geisti­gen Wassers”. Auf hebräisch heißt das M ‘Mem’ (mjm), das Wass­er. Im phönizis­chen Alpha­bet zeigte der eben­so ‘mem’ genan­nte Buch­stabe schon eine Zack­en­lin­ie, ähn­lich der des lateinis­chen Großbuch­stabens M. Unschw­er sind die Wellen des ‘Meeres’ darin erkennbar. In der Kab­bala gehört der Buch­stabe Mem neben Aleph und Shin zu den drei Müt­tern. Aleph ste­ht für die Luft, das rhyth­mis­che Sys­tem und die Weisheit des Herzens, Shin für das Feuer und das Ner­ven-Sin­nessys­tem des Kopfes und Mem für das Wass­er, das Stof­fwech­sel-Glied­maßen­sys­tem des Bauch­es. Rudolf Stein­er sagt über das M im Zusam­men­hang mit der heili­gen Silbe Om: Dieses Abschließen der Om-Silbe des Ori­ents durch das M ist aus dem Grunde, weil tat­säch­lich der ganze Men­sch von seinem Stof­fwech­sel-Glied­maßenor­gan­is­mus aus geregelt wird durch diesen Laut ger­ade” (GA 315, in: Die Sprache der Laute, S. 252)

Dem Wass­er gle­ich ist das M ‘anschmiegsam’, es ‘ver­schwimmt’ und ‘ver­schmilzt’, fließt ‘zusam­men’ ‘homogenisiert’, mengt’, ‘mis­cht’ und ‘kom­mu­niziert’. Als Laut des Aus­gle­ichs und der Har­monie ist es der Laut der ‘Medi­zin’ und der ‘Heil-Mit­tel’. Es ’schmiegt’ sich an, ’schmust’ und ’schme­ichelt’. Es ist der Laut der ‘Imi­ta­tion’ und ‘Nachah­mung’, der ‘Meta­mor­phose’ und ‘Muta­tion’, wom­it das Wort ‘Mauser’, der Wech­sel des Fed­erklei­des der Vögel ver­wandt ist. Am Him­mel ist das Gestirn der Ver­wand­lung der ‘Mond’, der mit seinen Phasen die Zeit ‘misst’.

Die M‑Qualität im Reich der Müt­ter (Faust) beschreibt Rudolf Stein­er fol­gen­der­maßen: “Nun fol­gt jene dur­chaus merk­würdi­ge, bedeu­tungsvolle Beschrei­bung des Reich­es der Müt­ter, wo uns gesagt wird, wie sie weben und leben in einem Gebi­ete, aus dem die Gestal­ten der sicht­baren Welt her­aus­ge­formt wer­den. … Gestal­tung, Umgestal­tung, das ist das Wesen ihres Reich­es. … Während wir in der physis­chen Welt die Gegen­stände mit schar­fen Kon­turen haben und durch diese uns ausken­nen, wer­den wir in der geisti­gen Welt ein ver­wirren­des Gefühl von ineinan­der schweben­der und weben­der Gestal­tung haben. … Aber aus diesem Müt­ter­re­iche ist das, was unseren Sin­nen gegeben ist, her­aus­ge­boren, wie aus der Erz­mut­ter im Gebirge her­aus­ge­boren ist das Met­all — Sozusagen das Mut­ter­prob­lem der Welt stand Goethe … dazu­mal vor Augen:” (GA 57, in: Die Sprache der Laute, S. 258) Auch die ‘Materie’ ist solch eine Mut­ter, indem sie sich zur Ver­fü­gung stellt und das Leben im Kör­p­er beherbergt. ‘Maya’ nen­nt der Inder “… das Urweib­liche, die Wel­tenza­uberin, die die Illu­sion des Stof­flichen webt”) Her­mann Beckh, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 259) Und auch ‘Maria’, die Mut­ter Jesu lautet an mit dem Wasser­laut, dem Laut der Urma­terie, über der Gott brütete und das Licht erschuf. Er schuf den Men­schen als Geist, als Man­as, als M.

“Das M ist die Wieder­gabe eines Erleb­niss­es, das der Men­sch hat­te, als er sich noch von den schaf­fend­en Kräften des kos­mis­chen Äther­meeres umspült, als er sich noch im Mut­ter­schoß der Welt ruhend fühlte. Man wird bei den griechis­chen Stäm­men, wenn man auf das Mut­terge­heim­nis hin­deuten wollte, wohl lange nur den heili­gen Laut M aus­ge­sprochen haben, das den müt­ter­lichen Wel­tenquell offen­barende [griechis­che] My. Myein heißt darum ‘die Mut­ter­weisheit aussprechen’ ‘Mythos’ ist die heilige Mut­ter­sprache. ‘Mys­te­ri­on’ wird uns auf solchem Unter­grunde als ‘Mut­ter­weisheit’ ver­ständlich. Im Mit­telpunkt des Mys­teri­ums stand der Men­sch.” (Mau­r­er, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 259)

Das M ste­ht nicht nur für den geisti­gen Men­schen, es ste­ht auch für das Ver­ste­hen des irdis­chen Men­schen. “Das M ist das­jenige, was alles ver­ste­ht”, sagt Rudolf Stein­er. Und weit­er: “Das M ist das Ver­ste­hen, das ver­ständi­ge Einge­hen auf eine Sache. … in mein­er Heimat hat man, wenn man jeman­dem zuhört und bekräfti­gen will, dass man ihn ver­standen hat, gesagt: <mhm>; (<hm>, das ist die Freude darüber, dass man ver­standen hat.) und man fühlte schon ganz, als ob der andere einen über­haupt ganz aufge­fressen hätte im Ver­ste­hen. … Dabei das Ver­ste­hen der Welt, das so grandios angedeutet ist in der heili­gen Silbe der Inder aoum, m…” (GA 279, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 262) Das englis­che Wort ‘mind’ für Geist und Ver­stand ist mit ‘Mei­n­ung’ und auch mit ‘Minne’, dem mit­te­lal­ter­lichen Wort für Liebe ver­wandt. Wahres Erken­nen gelingt nur durch ein liebevolles Ein­drin­gen in die Sache.

Dieses ver­ste­hende sich Hingeben und Einge­hen auf den Inhalt ist ein Hine­in­ster­ben. Und damit tritt die andere Seite des M auf im ‘mor­den’ und ‘mod­ern’. Der Ver­stand hat zer­set­zende, analysierende Kraft und saugt in die Tiefe wie das ‘Moor’. Der feste Grund der Wahrheit ist ver­loren. Rudolf Stein­er fragt. “Was ist der Riese Ymir [aus der nordis­chen Mytholo­gie]? Ymir ist der Denkmen­sch, der ent­standen ist… aus dem Chaos.” (GA 101, in: Ernst Moll, Die Sprache der Laute, S. 266) Mimir ist dort der Onkel Odhins, der Urwelt­sänger, der Odhin die Runen lehrt. In Mimirs Brun­nen, dem Brun­nen der Weisheit der bis zum Schöp­fungsab­grund Gin­nun­gagab herabre­icht, opfert Odhin sein Auge, seine Hell­sichtigkeit, um den Men­schen voranzuge­hen mit der Entwick­lung des irdis­chen Denkens. (Gun­du­la Jäger, Die Sprache der Edda, S. 38). Das M als Denken ist hier das med­i­ta­tive Herzver­ste­hen, die Offen­barung des Geisti­gen im Bewusst­sein. So wird ver­ständlich, warum Rudolf Stein­er das M als Laut der Weisheit charak­ter­isiert: “Jed­er Buch­stabe führt auf einen okkul­ten Ursprung zurück. So ist das M das Zeichen der Weisheit. Es ist als Nach­bil­dung der Form der Ober­lippe ent­standen und ist zugle­ich das Sym­bol für die Meereswellen. Daher wird die Weisheit auch durch das Wass­er sym­bol­isiert.” (GA 95 in: Die Sprache der Laute, S. 266) Im kirchenslaw­is­chen Alpha­bet heißt M ‘Myslete’ und meint ‘den­ket’. Das M dieses Alpha­bets ruft den Men­schen dazu auf, seine Geistkraft denk­end zu betätigen.

Das iro-keltische Alpha­bet beze­ich­net das M mit ‘Muin’, dem Wein­stock. Hier schließt sich der Kreis im gewis­sen Sinne, denn es ist der Sage nach Noah, der hebräis­che Manu, der den Wein­stock fand und den ersten Wein­berg pflanzte. Die Leg­ende deutet sog­ar an, dass der Wein­stock sozusagen die Quin­tes­senz des Paradies­gartens in sich trägt, denn er wurde vom Paradies­garten weggeschwemmt. Der Name Noah (nvch) bedeutet ‘Ruhe­bringer’. Es ist die in der Men­schheit neu auftre­tende Denkkraft, die die wogende See der Seele beruhi­gen und ins Gle­ichgewicht brin­gen kann. Das Alte Tes­ta­ment nen­nt den Ort, der als erstes aus den Fluten der Sint­flut auf­taucht, von dem die Taube den Ölbaumzweig bringt, nach diesem Men­schheits­führer ‘Manoah’ (mnvch), ‘die Stätte der Ruhe’. (Emil Bock, in: Die Sprache der Laute, S. 268) Rudolf Stein­er sagt über den Wein­stock im Ver­hält­nis zu anderen Pflanzen: “Denn wenn wir die Pflanze betra­cht­en, so bringt sie es in ihrer Organ­i­sa­tion bis zu einem gewis­sen Punk­te, mit Aus­nahme der Wein­rebe, die es über diesen Punkt hin­aus­bringt. Was die übri­gen Pflanzen sich einzig und allein auf­s­paren für den jun­gen Keim, alle die Triebkraft, die son­st nur für den jun­gen Keim aufges­part wird und nicht in das übrige der Pflanze sich ergießt, das ergießt sich bei der Wein­traube auch … in das Frucht­fleisch, so dass durch die soge­nan­nte Gärung, durch die Ver­wand­lung dessen, was sich da in die Wein­traube hinein­ergießt, … etwas erzeugt wird, was in der Tat inner­halb der Pflanze eine Gewalt hat, welche nur ver­glichen wer­den kann okkul­tisch mit der Gewalt, die das Ich des Men­schen über das Blut hat. … Das Ich muss … einen ganz ähn­lichen Prozess im Blut erzeu­gen, … wie erzeugt wird durch das gle­ich­sam Rück­gängig­machen des Organ­i­sa­tion­sprozess­es, … wenn Alko­hol erzeugt wird.” (GA 252 in: Die Sprache der Laute, S. 269)

Der Keim muss die feste Struk­tur der Spe­icher­pro­teine des Samens auflösen, um wach­sen zu kön­nen. Dieser Prozess ähnelt dem Gär­prozess und auch der Zer­set­zung des Lebendi­gen. Nicht die Leben auf­bauende Kraft wird im M als Wein­stock gese­hen, son­dern die Bewusst­sein erzeu­gende Todeskraft. Rudolf Stein­er beschreibt: “In jedem Augen­blick muss, damit unsere Ich­heit leben kann, das Leben, das im roten Blute fließt, im blauen Blute ertötet wer­den. Das bedeutet die Ver­nich­tung desjeni­gen her­beiführen, was sich son­st ver­lieren würde in sich.” (GA 112 in: Die Sprache der Laute, S. 269) Emil Bock schreibt: “Die Wirkung des Weins ist die, dass er das Ich des Men­schen tiefer in seine Leib­lichkeit hin­un­terzieht. … Der Men­sch ent­deckt sein eigenes Innere, der Rausch der ersten Selb­stfind­ung kommt über ihn. Er wurde durch das gle­iche Mit­tel bewirkt, das in späteren Zeit­en, wo der Men­sch bere­its ein Ich-Wesen war, schon wieder zur Selb­stent­frem­dung und zum Selb­stver­lust führte.” (in: Die Sprache der Laute, S. 269)

Wenn Chris­tus sich als den ‘wahren Wein­stock’ (Joh 15,1) beze­ich­net, so sagt er auch, dass er der Bringer der wahren Ich-Kraft ist, die über den Tod hin­aus­führt — der Geistkraft des Geist­selb­st. So kön­nte er auch von sich sagen, ‘ich bin das wahre M’.

Über die Gegensprüche 13 M und 38 m

Das Mantra 13 M ist das let­zte Mantra des Früh­lings-Viertel­jahres. Das fol­gende Mantra 14 N beze­ichne ich als die Schwelle, denn sein Gegen­spruch 39 n ist auch gle­ichzeit­ig sein Spiegel­spruch. Was für die Son­nen­bahn der vol­l­zo­gene Umschwung an Johan­ni ist, ist im See­lenkalen­der-Jahreskreis der Schritt über die Schwelle des Mantras 14 N. Hier vol­lzieht sich der Über­gang in die Kreis-Hälfte, die ich die Geist­sphäre nenne. Das Mantra 13 M ist also das let­zte der entsprechend Erd­sphäre genan­nten Kreis-Hälfte.

Das Mantra 38 m ist das Mantra der 4. Adventswoche und laut sein­er Über­schrift “Wei­he-Nacht-Stim­mung” auch das Mantra der Heili­gen Nacht, die stets in der Woche des 4. Advents liegt. Das fol­gende Mantra 39 n wird das Mantra des Jahreswech­sels sein, das ich eben­so die Schwelle nenne, denn sein Gegen- und Spiegel­spruch ist 14 N.

Sowohl das Mantra 13 M als auch das Mantra 38 m weisen einen Ich-Sprech­er auf, die ihr Erleben bericht­en. Außer­dem han­deln bei­de vom Wort, das Mantra 13 M vom Wahrheitswort der Göt­ter und das Mantra 38 m vom Wel­tenwort. Sieben solch­er Wort-Mantren gibt es im See­lenkalen­der, nachzule­sen beim Mantra 38 m.

Der Ich-Sprech­er des Mantras 13 M schildert, was er erlebt, wenn er in den Sin­neshöhen ist. Die Sin­neshöhen sind die inneren Berggipfel, auf denen man dem Him­mel am näch­sten ist. Rudolf Stein­er sagt: „Im Neuen Tes­ta­ment wird der Aus­druck «auf dem Berge» ver­schiedene Male gebraucht. «Auf dem Berge» heißt: Im Mys­teri­um, im Inneren, im Inti­men. – Auch die Berg­predigt ist nicht als eine Volk­spredigt aufz­u­fassen, son­dern als eine Belehrung der Jünger im Inti­men. Die Verk­lärung auf dem Berge hat man auch in diesem Sinne zu ver­ste­hen.“ (Lit.: GA 93a, S. 63) In dieser Bere­itschaft zur Geist­wahrnehmung flammt in den eige­nen See­len­tiefen das Wahrheitswort der Göt­ter auf. Es stammt aus den geisti­gen Feuer­wel­ten und ist ein flam­mend, bren­nen­des Wort, ähn­lich der Stimme des Gewis­sens. Das Wahrheitswort der Göt­ter fordert den Ich-Sprech­er auf, dass er in Geis­tes­grün­den sich darum bemühen muss, dem Geist ver­wandt zu wer­den. Diese Geistver­wandtschaft muss er ahnend suchen. Deut­lich wird, dass er sich als Geist find­en muss, um recht­mäßig in den Geis­tes­grün­den weilen zu dürfen.

In diesem Ähn­lich-Wer­den lässt sich die M‑Qualität der Imi­ta­tion erken­nen. Die Tat­sache, dass der Men­sch nicht nur irdis­ch­er Men­sch ist, son­dern auch Geist, ein Manu also, ein Geist­selb­st, ist die Voraus­set­zung dafür, dass er sich geistver­wandt find­en kann. In den Sin­neshöhen zu sein lässt die Redewen­dung anklin­gen, ‘geistig auf der Höhe zu sein’, gut zu ver­ste­hen, was eben­so eine Qual­ität des M ist. Die berauschende Kraft des Weines flammt hier aus den See­len­tiefen als das Wahrheitswort der Göt­ter her­auf. Und das M als Aus­druck des Wassers, der Weisheit des Ätherischen, lässt sich auch dieser Aspekt des M im Mantra find­en? Ich sehe ihn darin, dass die Seele still wie ein ruhiger Wasser­spiegel wer­den muss, will sie dem Geist mit seinen unver­rück­baren, ewigen Wahrheit­en ähn­lich werden.

Das Mantra fordert den Ich-Sprech­er verkürzt gesagt auf, die heilige Silbe Om zu medi­tieren, denn das M regelt den Stof­fwech­sel-Glied­maßenor­gan­is­mus des Men­schen, wie Rudolf Stein­er sagt (siehe oben). Es regelt und har­mon­isiert den irdis­chen Pol des Men­schen, sodass der Kör­p­er Werkzeug des Geistes sein kann. Das Mantra beschreibt, unter welchen Bedin­gun­gen der Men­sch hin­aufwach­sen kann in die geistige Welt. Vor der Schwelle zu dieser Welt ste­ht laut Rudolf Stein­er der Hüter der Schwelle, der der Chris­tus als Hüter des Kar­mas ist.

Der Ich-Sprech­er im Mantra 38 m fühlt. Er tastet in sich hinein durch M. Er fühlt das Geis­te­skind, das nun wie entza­ubert ist. Die verza­ubernde Kraft, die das irdis­che Gewand webt, ist das M als Maya. Durch die Maya, den Sin­ness­chleier, wird der Men­sch getäuscht; er hält sich fälschlicher­weise für ein irdis­ches Wesen. Doch seit urzeit­en ruht in seinem See­len­schoß der Geist­funke, das Man­as — die Ver­an­la­gung den See­len­leib, den Astralleib, zum Geist­selb­st umzu­bilden. Das Geistkind, der geistige Licht­funke wird in der tief­sten Dunkel­heit sicht­bar — in der Heili­gen Nacht. Dann ist das Geistkind entza­ubert, seine Wahrheit, sein Licht-Sein erkennbar. Das Mantra sagt, der Ich-Sprech­er fühlt hier sein Poten­tial, nicht nur irdis­ch­er Men­sch zu sein, son­dern auch Geist­men­sch zu werden.

Die sym­pa­this­che, sich vere­ini­gende Geste des M ste­ht auch hin­ter der Zeu­gung durch das heilige Wel­tenwort. Das Wel­tenwort hat sich vere­inigt mit dem Men­schen und das Geistkind, das nun die Him­mels­frucht der Hoff­nung genan­nt wird, gezeugt. Dies geschah in Herzen­shel­ligkeit. Und es geschieht in jedem Moment des Herzver­ste­hens, wenn sich ein Zusam­men­hang dem Men­schen erhellt, wenn er sich hingegeben hat, damit das Wesen des Anderen, das Wesen des Wahrgenomme­nen sich aussprechen kann in ihm. Die Herzen­shel­ligkeit ist das ausstrahlende Bewusst­sein, das sich opfert und nicht das eigene Wesen, son­dern das Wesen des Anderen wahrn­immt. Im Ver­ste­hen durchk­lingt die Seele der Oster­jubel der Todüber­win­dung. Das Mantra sagt, die Him­mels­frucht der Hoff­nung wächst jubel­nd in Wel­tenfer­nen. Sie wächst aus dem Gottes­grund des men­schlichen Wesens, das der Ich-Sprech­er als sein eigenes erken­nt. Auch hier im Wort, das die Beziehung des Gottes­grun­des zum Ich-Sprech­er aus­drückt, das mit “meines Wesens Gottes­grund” diesen Gottes­grund indi­vid­u­al­isiert denkt, wirkt das M. Die Kraft des M verbindet den größt­möglichen Gegen­satz, die Wel­tenfer­nen mit der “Men­schen­nähe”, mit dem eige­nen Herzen.

Das Mantra 38 m schaut auf den himm­lis­chen, den geisti­gen Pol des Men­schen. Es spricht davon, wie der Geist­men­sch sozusagen her­ab­wächst. Es spricht von der Geburt des Chris­tus in der eige­nen Seele. Ich erin­nere eine Aus­sage von Rudolf Stein­er, in der er den Chris­tus als die Kraft des M bezeichnet.

Rudolf Stein­er spricht auch von ein­er Welle der Offen­barung, die heutzu­tage here­in­bricht und von den Archai stammt, die zu Schöpfer­we­sen, also zum Rang der Elo­him aufgestiege­nen sind. Auch diese Geis­teswelle kann als M erlebt wer­den: “Diese Offen­barung ergießt sich wie eine neue Geis­teswelle durch das Geschehen, in das der Men­sch einges­pan­nt ist. Der Men­sch kann diese Welle nicht etwa von der Erde zurück­stoßen. Sie ergießt sich über die Erde. Das ist die eine Tat­sache. Also, ich möchte sagen, seit einiger Zeit, ins­beson­dere seit dem Beginne des 20. Jahrhun­derts — oder eigentlich deut­lich­er gesagt seit dem Jahre 1899 etwa — ste­hen wir, indem wir als Men­schen in der Welt herumge­hen, inner­halb ein­er neuen Welle des geisti­gen Lebens, die sich in das andere Leben der Men­schheit hinein­ergießt. Und ein Geis­tes­forsch­er ist heute nur ein Men­sch, der dies zugibt, das heißt, der bemerkt, daß so etwas hereinge­brochen ist in das Leben der Men­schheit.” (GA 187, S. 165)

Die Mit­tel­stel­lung des M zwis­chen dem ahri­man­is­chen S und dem luz­iferischen H, die Rudolf im Fol­gen­den beschreibt, verdeut­licht die Ver­wandtschaft des M zu Chris­tus, der eben­so das Gle­ichgewicht zwis­chen diesen bei­den Welt­mächt­en hält. “Sprach­lich ist das M ein außeror­dentlich wichtiger Laut. Sie wer­den ihn sprach­lich empfind­en in sein­er Wichtigkeit, auch sprach­phys­i­ol­o­gisch, wenn Sie ihn im Gegen­satz betrachten
zu dem S. …

… das ist im Grunde genom­men der große Gegen­satz zwis­chen einem S und einem M, das sind die zwei polar­ischen Laute. Das S ist, wenn ich mich jet­zt anthro­posophisch aus­drück­en darf, der eigentlich ahri­man­is­che Laut, und das M ist das­jenige, was das Ahri­man­is­che in sein­er Eigen­schaft mildert, abmildert, was ihm, wenn ich so sagen darf, seine ahri­man­is­che Stärke nimmt. …

Wenn Sie das H nun richtig anschauen, wenn Sie sich so recht drin­nen fühlen in diesem H, dann wer­den Sie sich sagen: In diesem H liegt etwas, was unmit­tel­bar luz­iferisch sich aus­nimmt. Es ist also das Luz­iferische in dem H, das da zum Aus­drucke kommt. … wenn man das H macht und es gle­ich überge­hen läßt in ein M. … Da haben Sie die ganze Anschau­ung des Luz­iferischen abgemildert, ihm die Spitze genom­men … Diese Bewe­gung ist wirk­lich so, wie wenn man den Luz­ifer aufhal­ten würde. Und es ist das ja für Sie auch hör­bar, wenn Sie sich ein­fach darauf besin­nen — der heutige Zivil­i­sa­tion­s­men­sch kann sich eigentlich gar nicht mehr richtig auf diese Dinge besin­nen -: Wenn jemand zu etwas Luz­iferischem zus­tim­men will, aber das richtige Luz­iferische, das Eifrige des Zus­tim­mens gle­ich her­ab­min­dert, so macht er «Hm, hm»; da haben Sie das H und das M eigentlich recht sehr aneinan­dergelegt, und da haben Sie die ganze Liebenswürdigkeit des her­abges­timmten Luz­iferischen unmit­tel­bar drin­nen. (GA 315, S. 32 ff)